Subject: TTT – Türkischer TourisMUSS-Terror
…hätten wir uns vorher eingehend informiert, die vielen Erfahrungsberichte in den „Gewinnreisen-
Foren“ gelesen, wäre in Anbetracht der Fülle und immer wiederkehrend bis ins kleinste Detail ablaufenden
Stories wohl gar nicht erst die Idee zu unserer Geschichte entstanden. Aber – versprochen ist versprochen – und Inge, Otto, Eva und Jürgen warten auf den Briefträger, die anderen unserer Schicksalsgemeinschaft
auf E-Mails. Mal ganz abgesehen davon, dass wir bei rechtzeitiger Information über den Ablauf solcher „Gewinnreisen“ ein paar wunderbare Menschen nie so kennengelernt hätten.
Eigentlich bin ich skeptisch in solchen Dingen, doch als die freundliche Dame von GT-Marketing aus
Bremen mit „ich gratuliere, Sie haben eine Türkei-Reise gewonnen – ohne wenn und aber...“ rüberkam, hatte mein Freund Achim wohl gerade so etwas wie einen (geistig) schwachen Moment und sagte: „Lass uns das einfach mal tun“.
Ich selbst, der Türkei vor 20 Jahren in einer sehr intensiven Reise mit Ford Transit, Zelt und ständigem direktem Kontakt zu Land und Leuten sehr nahe gekommen, sah die Gelegenheit, meinem Freund einen Hauch des Zaubers dieses Landes zu vermitteln.
Die Dinge nahmen ihren Lauf. Die Zahlungen (insgesamt € 349,-) wurden termingerecht von uns geleistet,
die Tickets kamen pünktlich 10 Tage vor Abflug. Der Zeitpunkt rückte näher und Achim wurde von der Grippewelle überrollt.
Plötzlich wurde der jahrealte Wunsch realisierbar, mit meiner lieben Freundin Annie eine Reise zu unternehmen.
Alles schien zu passen. Annie bekam tatsächlich Urlaub, das Ticket konnte kurzfristig über
GT-Marketing umgebucht werden, was lediglich zügige Abwicklung (Faxen der Postüberweisung von
€ 50,- Umbuchungsgebühr) erforderte. Einen Tag (Samstag) vor Abflug lag Annies Ticket im Briefkasten.
Es konnte losgehen.
Bisherige Ausgaben für zwei Personen:
Reisepreis der Begleitperson: € 299,-
Flughafensteuer € 25,- p.P. € 50,-
Umbuchungsgebühr € 50,-
€ 399,-
Um nicht mitten in der Nacht starten zu müssen, fuhren wir Samstag frühen Abend die gut 200 km
nach Stuttgart, um gemütlich in einem „Park, sleep and fly“ Hotel zu nächtigen. (Abflug 10.10 Uhr,
Anwesenheit 2 Std. vorher). Sehr empfehlenswert übrigens, dieser Service. Für eine Nacht im Doppelzimmer,
Begrüßungssekt, acht Tage Parkhaus und Flughafen-Transfer hin und zurück bezahlten wir
zusammen € 111,-.
Schön ließ er sich an, unser Urlaub, haaach – alles so entspannt und easy...
Planmäßige Ankunft in Antalya muss am Sonntag so etwa 14.30 Uhr Ortszeit gewesen sein und als wir unsere Koffer wiedergefunden hatten, machten wir uns gut gelaunt auf den Weg nach draußen um den Reiseleiter mit unserem GT-Marketing Logo zu finden, der uns in Empfang nehmen sollte.
Als sich nach 30 - 40 Minuten der Vorplatz des Flughafens merklich geleert hatte, einer der von uns angesprochenen
Reiseleiter „unser“ Logo gar nicht kannte, vermischte sich zum ersten Mal die gute Laune mit einem leisen Anflug von Unbehagen. Bald darauf tauchte zum ersten Mal der Gedanke auf: „Gott sei Dank habe ich alle Unterlagen im Rucksack“. Ein weiteres leicht verwirrtes Menschenpaar (Eva und Jürgen,
die uns später so ans Herz gewachsen sind) blieb mit uns übrig, die wie sich bald herausstellte das selbe Buchstabenrätsel (Lösungswort TEURO!!!) im Infoblatt unseres Energielieferdienstes richtig gelöst hatten.* Dass sie ganz in unserer Nähe wohnten – auch im Landkreis Lörrach – und uns sehr ans Herz wachsen sollten, ließ sich zu diesem Zeitpunkt nicht erahnen. (*Stellungnahme Energiedienst im Anhang)
Mir fehlt etwas das Zeitgefühl, doch ich denke nach gut 1 - 1, 5 Stunden hatten wir uns mit dem Gedanken
vertraut gemacht, einer Schwindelei aufgesessen zu sein, lediglich die Tickets zu besitzen und nun überlegen zu müssen, wie wir erst mal ein Hotel finden.
Da tauchte Dschingis Khan-gleich, wie eine Reiterin aus der Steppe mit wehender Mähne, Pluderhose, hohen Hacken, rauher Stimme und sprühender Laune Shennay* auf. Reiseleiterin einer „Geschwister-Gruppe“, die mit ihrem ganz eigenen Humor verkündete, wir seien im falschen Flugzeug gekommen. Haha. Tatsächlich hat Antalya zwei Flughäfen, die mehrere 100 Meter auseinander liegen und wir waren im älteren gelandet, die meisten anderen Gäste im neuen. Sie hatten wohl schon Stunden verbracht auf uns zu warten, es gab mehrere Busse voll Menschen, die nun endlich ins Hotel wollten. Außerdem standen da leergeräumte Tische mit leeren Gläsern etc. – war wohl der Begrüßungstrunk gewesen).
Aber nun fing das Chaos gerade erst an. Männer mit langen Namenslisten suchten ihre Gäste. Unsere
Namen waren nicht dabei, bis ich plötzlich einen Namensteil meines Freundes vernahm. Ok – die Umbuchung war nur bis zur Ticket-Reservierung durchgedrungen – nicht weiter schlimm wenn man es weiß. Wenn wir nun glaubten aufatmen zu dürfen, so war dies ein fataler Irrtum. Noch ehe wir im Bus saßen, sollten wir „Halbpension“ dazubuchen für € 70,- p.P.. Ein innerer Aufschrei – oder war es schon Frage: Halbpension, das war doch inklusive, oder täusche ich mich etwa??
Gott sei Dank, die Unterlagen befanden sich alle griffbereit im Rucksack und da stand es schwarz auf weiß, das so wichtige „HP“. Somit war dieses Thema fürs Erste vom Tisch und wir durften hinter dem Fahrer Platz nehmen. Am Rande vernahm man auch die Verhandlungen der anderen Gäste und nicht alle hatten wohl ihre Unterlagen dabei, bzw. griffbereit, bzw. war Halbpension nicht inbegriffen und sie hatten dies nicht beachtet. Also – erster Aderlass für so manche. Stress lag in der Luft. Ich habe noch den Satz eines betagten allein reisenden Herrn im Ohr: „Was soll ich denn jetzt essen?“
Es wurde also gleich mal die mehr oder weniger vorhandene Orientierungslosigkeit genutzt, die auftreten
kann, wenn man frisch an einem unbekannten Ort gelandet ist. Aber das war ja jetzt alles nebensächlich.
Endlich saßen wir im Bus der uns nach Kemer bringen sollte. Aufenthaltsort und Name des Hotels (Orange County, Kemer) erfuhren wir erstmals zu diesem Zeitpunkt.
Eine Woche Sonne und Meer lag vor uns (auch wenn bisher kein wesentlicher Temperatur-Unterschied festzustellen war – es war ja erst Ende Februar).
Das Hotel näher zu beschreiben, schenke ich mir lieber. Es war ein visueller, kultureller und emotionaler Schock – holländische Lebensart nachempfunden in der Türkei, ein ellenlanger Schlauch, wir hatten unser
Zimmer in „Block“ 7. Hier das Angenehme: Zimmer sehr komfortabel, Personal sehr freundlich und am Abend erwartete uns ein unbeschreiblich vielfältiges Buffet, es war wirklich für jeden Geschmack gesorgt und eine Fülle an türkischen Speisen vorhanden. Das Hotel war wohl ziemlich voll, denn im Speisesaal herrschte Bahnhofsatmosphäre, was Menschenmenge und Geräuschpegel betraf. Zum Strand war es auch nicht weit und wie wir von einer freundlichen braungebrannten Dame erfuhren, die schon die zweite Woche hier war, gab es einen angenehmen Fußweg (ca. 10 Min.) nach Kemer.
Am nächsten Morgen – Montag – um 9 Uhr sollte das erste Treffen mit Ahmed* unserem Reiseleiter in der Lobby stattfinden. Wir saßen in den bequemen Sesseln und harrten der Dinge, dachten wir bekommen
nun den „Begrüßungscocktail“, als eine lächelnde Serviererin nach unsern Wüschen fragte. Bestellten
je einen Tee. Es herrschte Hektik in der Lobby, viele Menschen die zu ihren Bussen aufbrachen. Da tauchte ein Herr in Anzug und Krawatte mit Liste auf, fragte gereizt nach unseren Namen. Müller und Krause? Ich sagte, Müller und Schmidt, mein Freund sei krank geworden und dafür meine Freundin mit
gekommen. Worauf so etwas wie ein Lächeln auf seinem Gesicht erschien und er meinte, so sei das doch viel besser. Er erledigte seine Formalitäten und meinte, der Bus wartet schon, wir sollen einsteigen.
Wir erklärten ihm, dass wir urlaubsreif seien, gesundheitlich etwas angeschlagen und wollten nicht in einen Bus steigen, sondern die zwei Tage hier in Kemer entspannt am Strand etc. verbringen. Da war es dann vorbei mit der kurzen Freundlichkeit und er erklärte, das ginge nicht, wir müssen die Ausflüge
*Selbstverständlich wurden alle Namen von den Verfassern geändert.
mitmachen etc. Nach kurzer nicht eben angenehmer Diskussion zog er sauer und beleidigt von dannen, nachdem wir uns geeinigt hatten, am Abend weiter zu sprechen. Der Tee kam dann auch nachdem wir die Bestellung wiederholt hatten, und wir waren doch schon sehr erstaunt, dass wir dafür je € 1,50 bezahlen mussten. Das Wort „Begrüßungscocktail“ war weder bekannt noch wurde es verstanden.
Na ja, was solls...
Wir erkundeten die Umgebung, legten uns eine Weile auf die Liegen am Strand, aber die Sonne verzog sich immer wieder und es war definitiv zu kühl. So begaben wir uns nach Kemer, bummelten, schauten uns die Geschäfte an, Annie kaufte sich ihre Wasserpfeife und unterhielt sich prächtig mit dem Verkäufer,
während ich mir einen Frieseurbesuch gönnte. So verging der erste Tag und wir hofften auf Wetterbesserung
für morgen.
Am Abend war Ahmed* nirgends zu entdecken, was uns nicht unangenehm war...
Erste Infos von Christine und Paul........?
Dienstag trafen wir wieder Christine und Paul beim Frühstück, die sich auch munter und selbstbewusst von der Gruppe abgesetzt hatten und ihr eigenes Programm durchzogen. Christine im Gegensatz zu uns schon sehr informiert über die Fallstricke dieser Gewinnreisen, da sie sich vor Antritt in entsprechenden
Foren schlau gemacht hatte.
Mit Wünschen für den Tag und der Abmachung wichtige Infos weiterzugeben trennten wir uns wieder und verbrachten den Tag ähnlich wie den letzten. Das Wetter war leider noch feuchter geworden. Ich harrte am Strand aus bis die Liege wegen einsetzendem Regen konfisziert wurde und Annie, die tatsächlich
gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe war, nutzte das komfortable Zimmer um zu lesen und schlafen.
Das konnte natürlich nicht alles sein und so sind wir später wieder nach Kemer marschiert, dem Regen in ein Café ausgewichen. Hatten eine wirklich nette Unterhaltung mit einer Marktfrau (sie türkisch, wir deutsch) und so verbummelten wir auch diesen Tag im Wissen morgen/übermorgen weiter über Pamukkale
nach Alanya zu reisen. Vielleicht sollte ich erwähnen, dass für mich diese Tage von zunehmenden
Zahnschmerzen leicht überlagert waren.
Am späteren Nachmittag nahmen wir das Hotel-interne SPA Center in Anspruch, Annie Gesichtsbehandlung,
ich Hamam mit dem vollen Programm: Seifenschaum, Waschen, Ganzkörperpeeling, anschl. Ganzkörper-Ölmassage – es war einfach wunderbar, wenn auch nicht ganz billig. Aber es hat sich allemal gelohnt, weil wir uns anschließend wirklich super fühlten. Der Chef des SPA Centers ist ein fünfzigjähriger
deutscher Physiotherapeut, verliebt in und verheiratet mit einer lieben türkischen Frau, die übrigens meine komplette Behandlung durchführte und wir uns trotz sprachlicher Barrieren gut verstanden.
Kurze Rücksprache mit Christine und Paul, sie hatten mehr Kontakt zu den anderen und hatten über einige unerfreuliche Erlebnisse anderer zu berichten:
Türkischer Abend?... Weinprobe?? Eine Frau, die schon pleite war wegen der vielen Sonderausgaben.... weiß es schon nicht mehr...
Außerdem hatten sie die allerwichtigste Info für uns, nämlich dass am nächsten Morgen um 6.30? Uhr Abfahrt für alle nach Pamukkale war. Von offizieller Seite (Ahmed*) hätten wir das nicht erfahren, denn auch an diesem Abend haben wir ihn nirgends gesehen.
Zur Entlastung sei gesagt, dass am Mittwoch früh das Telefon, Weckdienst, kurz klingelte. Allerdings um 6.00 Uhr, also ohne Vorinfo hätten wir die Abfahrt wohl ziemlich sicher verpasst.
Mittwoch morgen, verschlafenes Treffen in der Lobby um 6.30. Es regnete nicht, es goss aus Eimern. Ahmed* begrüßte uns mit finsterem Blick und schnauzte uns an, wie unverschämt es sei, drei Tage hat er uns nicht zu Gesicht bekommen.
Alle flüchteten durch den Wolkenbruch in den Bus. Annie wollte alleine sitzen, mir war das auch am liebsten. Unsere Stimmung war an diesem Morgen glaube ich am tiefsten Punkt. Es gab genügend Platz im Bus. Christine und Paul thronten in der hintersten Reihe: endlich mal genügend Platz für die beiden Kuschelbären. Die Sintflut nahm kein Ende, Nebel um uns, wir wieder auf dem Rückweg nach Antalya. Dort angekommen schon gleich wieder der erste Halt, direkt vom Bus wurden wir in die Schmuckfabrik „Storcks“ geschleust, der Regen und die frühe Stunde ließen gar keinen anderen Gedanken zu.
Da standen wir nun, hörten uns einen Vortrag über Schmuck, Herstellung, Vertrieb ...an. Der Referent war ein waschechter, schicker und gutaussehender Schwabe. Aalglatt und rhetorisch sehr gewandt. (Christine, Paul, Inge, Otto etc. wisst ihr noch mehr? Habe nicht wirklich zugehört, war schon von Fluchtgedanken überlagert)
Anschließend wurden wir eine Etage höher in die riesigen Ausstellungsräume geführt, wo sich jede Menge schick gekleideter Verkäufer/innen befanden, die uns wie sie meinten unauffällig taxierten. Nun wurden wir nach Möglichkeit isoliert, was in unserem Fall auch gut gelang, denn Annie wollte sich Uhren anschauen und ich nicht hilflos an ihren Fersen kleben, so dass ich mich mit einem höchst unangenehmen
Gefühl alleine wiederfand. Alle waren plötzlich irgendwie weg. Und es kam was kommen musste, einer der Verkäufer, leider frei von jeglichem Charme, klebte sich an meine Fersen. Ich konnte mich winden wie ich wollte, so unfreundlich und unnahbar ins Leere schauen wie es mir nur irgend möglich war (und ich kann das gut!). Er fragte nach meiner Silberkette, wie lange ich sie schon trüge, es sei doch höchste Zeit, sie einmal zu reinigen, was er mir anbot und ich es ablehnte. Keine Chance. Meine Fährte war gewittert und es gab kein Entrinnen. Also Pokerface und durch. Mein Beistand war die Zeit. Sie würde vergehen, auf welche Art und Weise auch immer. Ich fühlte mich so gestresst, dass ich gar nicht mehr objektiv etwas anschauen konnte, mal davon abgesehen, dass dies weder meine Welt, noch mein Geschmack war. Kaum schaute ich länger als drei Sekunden auf einen Ring, hatte ich ihn am Finger. Ich versuchte immer noch tapfer aber vergeblich den Verkäufer abzuschütteln, bat ihn fast schon hilflos, mich doch einfach in Ruhe schauen zu lassen, kaufen käme für mich so oder so nicht in Frage. Ich schaute
vier Sekunden auf eine Kette mit einer schwarzen Perle und schon hatte ich sie „am Hals“. Ja, man sollte sich doch mal entspannt setzen und einen Kaffee trinken, oder einen Raki? Ich wollte allerhöchstens
Tee. Endlich hatte er mich im Séparée, was ich ja unbedingt vermeiden wollte. Der Tee kam und ich war stinkesauer gegen meinen Willen hier zu sitzen. Der Verkäufer fragte mich, ob ich Lehrerin sei. Ich sagte, nein das sieht für ihn nur so aus, ich kucke so wie das Klischee einer strengen Lehrerin weil ich mich unfreiwillig in diesem Verkaufsgespräch befinde. Aber das brachte mich auch nicht weiter, denn er hatte nicht nur keinen Charme, sondern auch keinen Humor. Statt dessen stelle er mir immer neue Zahlungspläne auf, hämmerte wie ein Wahnsinniger auf seinem Taschenrechner herum und ignorierte mein ihm immer wieder demonstriertes Desinteresse. Ob ich denn mit Visa oder EC-Karte bezahlen würden. Selbstverständlich ginge es auch auf Rechnung. Er erzählte mir Stories von Karat und... die mich nicht die Bohne interessierten. Das nicht unschöne aber von mir absolut nicht begehrte Stück war mittlerweile schon von € 3.800 auf sagenhafte € 1.900 gesunken. Sensationell, oder? Ok, man kann doch noch etwas für mich tun, kleinen Moment... Er verschwand und ich kalkulierte kurz meine Fluchtmöglichkeiten,
aber da war er schon wieder. Hier, meine Chefin. Sie setzt sich zu uns. Eine Frau Mitte dreißig, die Designerin des edlen Schmuckstückes natürlich. Ich lobe sie natürlich, ihren wundervollen Geschmack. Sie meint es gut mit mir. Sie will mir helfen. Ich soll doch dieses Wunderwerk mein eigen nennen dürfen. Sie fragt nach meinem Beruf. Ich versuche ihn ihr zu erklären – und dass ich im Moment
leider arbeitslos sei, eine glatte Notlüge, vielleicht hilft sie ja ein wenig. Auch die Dame ignoriert komplett meine sachliche Angabe, dass die Kette selbstverständlich wunderschön sei, ich aber nicht im Traum daran dächte, sie zu erwerben. So geht es immer weiter. Noch ein Tee, zuckersüßes Lächeln, großzügiger Blick, neues Gehämmer auf dem Taschenrechner. Zahlungspläne. Runter mit dem Preis. Runter mit der Anzahlung. Auf Null. Weil ich es bin, die erste Rate von sage und schreibe nur € 300 erst im April. Dann erst im September. Und und und ... mir schwirrt der Kopf, mein Bauch kullert vom Tee. Ich will nur raus, raus, raus und irgendwann wird denen mein Widerstand zu dumm, sie verständigen
sich kurz und plötzlich kann, darf, soll (?) ich ganz schnell gehen, suche fluchtartig den Weg nach unten,
nach draußen, zur Toilette... zumindest war diese Geschichte wunderwirkend für meine Verdauung!
Andere sind ähnlich aufgelöst wie ich, andere wiederum eher amüsiert, andere hatten zumindest interessante
oder amüsante Gespräche, ich bin einfach erst mal fix und fertig und hoffe dass bald alle im Bus sitzen und wir weiter fahren. Das ist aber nicht der Fall, denn zwei Personen tauchen einfach nicht mehr auf. Irgendwann, ich glaube so 40 – 50 Minuten nach uns, erscheinen sie doch noch und irgendwie wirken sie verändert. Später erfahren wir, dass bei einem möglichen Verkaufsabschluss vorher gemachte Zeitangaben (z. B. eine Stunde Aufenthalt) keine Gültigkeit mehr besitzen und das Verkaufsgespräch so lange fortgesetzt wird, wie noch Hoffnung besteht und die Reisegruppe hat zu warten. Die potentiellen Käufer geraten in dieser Situation auch unter Druck, denn sie wiederum wissen ja, dass die anderen schon eine ganze Weile auf sie warten und können möglicherweise leichter zum Kauf überredet werden.
Ihr anderen seid gefragt...
An dieser Stelle würden wir uns auch sehr über einen Textbeitrag von Imke und Claus freuen...
wüssten auch zu gerne, wie ihre Geschichte ausgegangen ist.
Irgendwann fuhren wir dann endlich in Regen und Nebel aus Antalya in Richtung Taurus-Gebirge und meine stillen Ängste, von wegen Bus, Gebirge, Erdrutsch, Überflutung der Straße, Schnee (in den Gipfeln hat es geschneit) behielt ich lieber für mich. Die Stunde in der Schmuckfabrik hat mich in mich gekehrt. Der höchste Pass den wir vor uns hatten, hatte um die 1.300 m Höhe und da waren wir noch lange nicht. Hin und wieder kam der Bus dermaßen ins Schlingern, dass ängstliche Aufschreie durch den Bus gingen, der Reiseleiter beruhigte uns: das ist nur der Wind. An der Vegetation war von Wind allerdings
nichts zu erkennen. Die Blätter der Bäume bewegten sich kaum. Irgendwie war es gut, dass ich erst am nächsten Tag erfuhr, dass der Bus schon 770.000 km drauf hatte und die Stoßdämpfer hinüber waren. Mittagsrast in einer Abfertigungskneipe, wir aßen nur um etwas im Bauch zu haben und weil wir dachten es sei inklusive. Davon gingen wir aus, weil keiner etwas von uns wollte. Andere Paare aus der Gruppe, die sich von den Ausflügen der vergangenen beiden Tage ferngehalten hatten und geweigert hatten, das Ausflugspaket in Höhe von € 149 (?) zu buchen das bei uns (schwarz auf weiß bis auf die Eintrittsgelder)
inklusive war, mussten am Katzentisch sitzen, wurden von der Gruppe abgesondert. Wir nicht, denn wir saßen ganz freiwillig weit weg.
Ich war ein wenig aufgeregt, denn ich freute mich schon sehr auf Pamukkale, das ich vor 20 Jahren mit heller Begeisterung kennengelernt hatte (in Freiheit und mit ausgiebig Zeit). Endlich waren wir da, vor uns lagen die Kalksteinterassen. Der Bus hielt am Fuße des Berges an, Ahmed* kam zu uns nach hinten und befahl Christine, Paul, einem Ehepaar, Annie und mir auszusteigen. Der Bus würde jetzt mit jenen Gästen nach oben fahren, die das Ausflugspaket gekauft und somit den Eintrittspreis bezahlt hätten.
Annie und ich waren empört, da die Ausflüge ja bei uns inklusive waren und bis dahin hatte uns keiner gesagt wo und wann wir Eintritt zu bezahlen hätten, was ja gar kein Problem gewesen wäre. Aber dies war offensichtlich für Ahmed* der Augenblick des Triumphes. Endlich konnte er uns zeigen, wer hier das Sagen hatte. Wir sagten, dann zahlen wir den Eintritt, wo ist das Problem, aber er meinte, dazu sei jetzt zu spät. Pure Machtdemonstration. Wir waren fassungslos und wütend. Außerdem war es schon 15.30 und ich wäre doch so gerne stundenlang in diesem Wunder der Natur gewandelt. Bevor der Streit zu eskalieren drohte, zeigte er sich gnädig und meinte, für € 10 p.P. dürften Annie und ich mit hoch fahren. Aber das war dann nicht mit unserem Stolz vereinbar und wir stiegen mit den anderen aus. Ach ja – um 16.30, also in einer Stunde – sei an selber Stelle wieder Treffpunkt, dann würden wir wieder eingesammelt und ins Hotel gekarrt.
Also, da standen wir: Christine, Paul, Inge, Otto, Annie und ich. Was war ich froh, dass Inge und Otto wie ich entschlossen waren, zu Fuß nach oben zu stapfen. Eine Stunde für Hin- und Rückweg und auch noch Aufenthalt war mehr als knapp, die Füße erst mal kalt, denn auf dem weißen Kalk durfte man nur barfuß gehen. Aber wir wurden belohnt, denn als wir oben ankamen schien plötzlich die Sonne und auch unsere Füße konnten wir im herrlich warmen Wasser wieder beleben. Dass mir für mein „Hauptziel“
so gut wie keine Zeit blieb hat mir so weh getan, dass ich dieses Thema kurz fasse. Natürlich trafen wir oben wieder auf verschiedene Leute aus unserer Gruppe, die uns im Vertrauen berichteten, dass der oben neu beschlossene Treffpunkt um wieder nach unten zu fahren 17.15 Uhr war. Ohne diese Info hätten wir doch tatsächlich sofort wieder nach unten kraxeln müssen um den Bus nicht zu verpassen und dann eine Stunde an der Straße warten müssen. Wenn das keine Schikane ist, was dann?
Also denn, so gegen 17.30 saßen wir wieder alle im Bus und es ging weiter in Richtung Thermalhotel. Ahmed* kam nach hinten um die noch fällige türkische Flughafentaxe zu kassieren. Nun hatte ich aber von der Dame von GT-Marketing den dringenden Ratschlag bekommen, uns diese Zahlung unbedingt quittieren zu lassen und uns den Namen des Reiseleiters nennen zu lassen um beim Rückflug keine unangenehmen Überraschungen zu erleben, bzw. bei unangenehmen Erlebnissen etwas in der Hand zu haben. Auch für die Rückmeldung bei GT-Marketing (die erst erfolgen wird, wenn dieses Dokument durch die anderen Mitreisenden ergänzt wurde).
Ja - und nun ging es richtig zur Sache. Annie versuchte zu verhandeln. Sie sagte, natürlich bezahlen wir die € 50,- sofort gegen eine Quittung. Ahmed* wiederum meinte, zahlen solle sie gleich, die Quittung gäbe es dann abends im Hotel. Worauf Annie logischerweise meinte, dann könnten wir ja auch abends im Hotel bezahlen. Das ganze steigerte sich ziemlich dramatisch, denn Ahmed* wurde sehr aggressiv im Ton. Er moserte mich dann an, er sei doch kein Sklaventreiber, aber er wolle doch seine Gruppe immer zusammenhalten. Was ja mit dem Thema eigentlich gar nichts mehr zu tun hatte, aber mit Sicherheit der eigentlich Grund seiner Wut auf uns „aus der Reihe tanzenden“ war. Ich versuchte ihm zu erklären, dass ich sein Verhalten sehr unhöflich und auch alles andere als gastfreundlich fände. Leider wurde ich auch etwas laut, was ich in solchen Momenten eher als Schwäche empfinde. Annie versuchte erneut, auf ruhige und sachliche Art, ihm unseren Standpunkt zu erklären und er meinte ok, sie soll im Hotel zu ihm kommen, seine Tür sei immer für sie offen...
Das Thermalhotel war sehr schön gelegen. Sonnenuntergang hinter Palmen. Leider hatten wir keine Zeit den Ort anzuschauen, denn wir waren schlagkaputt und bis zum Essen – für heute war eine feste Zeit, nämlich 19 Uhr angegeben – war es gerade noch eine Stunde und wir mussten uns blitzschnell entscheiden ob wir kurz aufs Bett liegen oder kurz ins Thermalbad wollten. Zweiteres war dann doch verlockender und so genossen wir kurz das herrlich warme Wasser, und den puppenstubenhaften Umkleideraum
der dann so gegen 19 Uhr voller als eine Ölsardinendose war.
An diesem Abend beim Essen kam der harte Kern als Ganzes zusammen. Eben Christine, Paul, Inge, Otto, Eva, Jürgen, Annie und ich – Andrea. Es gab sogar Livemusik, sehr schön, so eine Art Kammermusik
mit Klavierspieler und Geiger (?),wie man sich eben einen urigen Abend in der türkischen Provinz vorstellt. Wir haben uns köstlich amüsiert und sehr viel gelacht. Christine und ich stellten fest, dass wir beide Mediengestalterin sind. Eva und Jürgen wohnen, wie sich herausstellte, keine 30 km von uns entfernt.
Inge und Otto sind unwahrscheinlich sympathische Menschen. Otto hat mit seinem stillen Humor eine Nähe zu Christines Main Coon Katzenzucht festgestellt. Er züchtet das Futter, kleine zum Fressen süße Mäuse... Irgendwann sind wir noch in die Disco gegangen um uns die junge schlanke Bauchtänzerin anzuschauen. Sehr apart, mann hat ihr auch begeistert dankend ein paar Scheine ins Oberteil gesteckt. Leider hatte ich noch nie Bauchtanz gesehen, habe es mir immer irgendwie anders vorgestellt. Wie auch immer, es war lustig und wir sind eh bald todmüde ins Bett gesunken.
Christine und Paul, bitte was zum Schalter am Kopfende....
Ach ja – wir sahen an diesem Abend weder Ahmed* noch irgendwelche Quittungen...
Am nächsten Morgen strahlend blauer Himmel und Sonnenschein. Das richtige Wetter um den ganzen Tag im Bus zu sitzen. Erster Halt Teppichfabrik. Kasernenartiges Gelände mit Stacheldraht ähnlicher Einzäumung.
Tor auf, Bus rein, Tor zu. Es war zwar strahlend, aber kalt (wir befanden uns ja im Taurus Gebirge).
Also sind wir gegen unseren Entschluss doch mit hinein gegangen, nachdem wir uns versprochen hatten, uns gegenseitig zu beschützen. Und es hatte sich gelohnt. Die Show war sehr interessant. Sehr schön fürs Auge und Mokka mit Raki gab es auch noch. Außerdem wichtige Informationen zu diversen Web- und Knüpfarten, Teppichmustern und ihrem Ursprung, der Seidenspinnerei, wir konnten Seidenraupen
in ihren Kokons bewundern und schöne Fotos machen. Außerdem wurden uns pflanzliche Färbemethoden
nahe gebracht. Eine lustige Tatsache war, dass die Gruppe gebeten wurde, den Färbemeister
um nichts in der Welt in seinem Vortrag zu unterbrechen, da er kein Wort deutsch spräche und der komplette Vortrag auswendig gelernt sei. Gleichzeitig hat er uns ja die verschiedenen Planzen, Wurzeln etc. gezeigt, einen Strang Seide (oder Wolle?) im Indigotopf gefärbt usw.. Wenn man ihn unterbrochen hätte, wäre er so aus dem Konzept gekommen, dass er den Vortrag wie ein Tonband von vorn begonnen
hätte. Und in der Tat – er klang wie eine dieser Computerstimmen die man vom Telefon kennt, war aber ein ganz goldiger Typ. Die unweigerlich folgende Verkaufssituation war dann problemlos zu bewältigen.
Eine nette Verkäuferin, die schnell die Realität erkannte und uns bedauernd, aber freundlich ziehen ließ. Alles in allem ein angenehmes Erlebnis, wenn auch die schale Ahnung blieb, eine Touristenshow erlebt zu haben. Auf Fragen nach Arbeitszeiten der Weberinnen erhielten wir z.B. die Auskunft, dass sie am Tag 8 Std. arbeiten, inklusive gäbe es alle 2 Std. eine halbe Std. Pause (richtig?). Das kann man nun glauben oder nicht. Weiterfahrt durchs Taurus Gebirge. Der Bus schlingerte immer wieder aufs Heftigste. Christine, die an Höhenangst leidet, konnte bei den rasanten Talabfahren nur noch nach hinten aus dem Rückfenster schauen. Das laute pfeifende Röhren der Bremsen wird mir als grauslig musikalische Untermalung für immer in Erinnerung bleiben. Eingebrannt ins Trommelfell, unerträglich, fast schmerzend.
Wieder Pause in der selben Abfertigungskneipe, diesmal mussten wir plötzlich bezahlen. € 15 (???) für beide, ich wollte auch nicht mehr diskutieren, wer weiß, am Ende hätten wir für den vergangenen Tag noch nachzahlen müssen. Ahmed* hatte wohl den Kellner instruiert. Wir waren eindeutig auf der roten Liste. Aber mein Zahn tat weh und ich wollte Frieden, meine Ruhe.
Weiter ging‘s mit den bekannten Fahrgeräuschen- und Gefühlen. Während die Stoßdämpfer ächzten, die Bremsen röhrten, die Nerven sich schwächten, überhäufte uns Ahmed* mit dilettantischen Infos über
die Türkei. Hauptsächlich hat er eigentlich über die deutsche Sprache doziert. So kurz vor einer Kurve – keiner wusste so wirklich wohin sie uns trägt – hat uns Otto mit dem Motto des Tages beglückt:
„Völlig losgelöst von der Erde schwebt das Raumschiff völlig schwerelos“ Ich glaube man nennt das
Galgenhumor...
Zwischenstop an einer Tankstelle mit Shop. Ich kaufte Zigaretten, es ging nicht mehr anders. Raki gab es da leider nicht, vielleicht auch besser so. Annie erwarb ein violettes Schleierkäppi. Sah wirklich wunderschön
und zauberhaft aus. Auch Ahmed* war ganz verzaubert. Er wiederholte Annie gleich ganz im Vertrauen und sehr eindringlich (mit versuchten Berührungen, Umarmungen), noch im Shop, unter vier Augen sozusagen, die Einladung auf sein Zimmer.
Wir näherten uns am späten Nachmittag wieder Antalya und in mir keimte etwas Hoffnung auf, an diesem ersten (und wie sich später zeigte auch einzigen) Tag mit so herrlichem Wetter doch noch ans Meer zu kommen.
Weit gefehlt, der Besuch in der Lederfabrik stand an. Bekanntes Verfahren: Tor auf, Bus rein, Tor zu, Leute aus Bus, rein in die Fabrik. C,P,I,O,A+ich 180° Kehrtwendung und weg vom Eingang. Wir waren eine solch entschlossene und in diesem Augenblick absolut homogene Gruppe, dass keiner uns zu stoppen
wagte. Auf dem Gelände gab es einen Kiosk mit ein paar Tischen, Stühlen und den letzten Sonnenstrahlen.
Hier ließen wir uns nieder und feierten unseren mutigen Coup mit einer großen Flasche Wasser und sechs Plastikbechern auf Ottos Einladung. Paul gönnte sich sogar eine Tüte Kartoffelchips. Busfahrer anderer Gruppen, die am Nebentisch warteten, fragten uns befremdet, was wir denn so zu lachen hätten. Tja, wir hatten‘s halt lustig.
Als alle wieder da waren, Weiterfahrt. Aber nicht ans Meer, sondern davon weg zu einem Bankautomaten.
Es gab ja auch willige Käufer unter uns und die mussten wohl nachtanken. In der Zwischenzeit versanken die allerletzten Sonnenstrahlen endgültig irgendwo hinter den Häusern. Nach Alanya war es nicht mehr weit, die Fahrt wurde nur noch etwas ausgedehnt durch eine Pinkelpause für die lustigen Biertrinker weiter vorne im Bus. So dass es dann bei unserer Ankunft in Alanya stockdunkel war.
Und das war gut so.
Zunächst mal, wir waren gar nicht in Alanya, sondern 12 km davor in Konakli im „Timo Hotel“.
Vom Meer trennte uns nur die vierspurige Straße. Aber das nimmt man gerne in Kauf wenn man weiß, nun hat man noch zwei Tage ganz für sich. Noch während wir im Bus saßen, näherte sich ein Begrüßungskomitee
der Hotelleitung, das aber wie schnell klar war, lediglich die Gäste begrüßte, die in der Lederfabrik gekauft hatten. Je nach Umfang des Einkaufs wurde ein Drink an der Bar, oder gar ein Candlelight-Dinner in Aussicht gestellt. Da doch das Hotel der Lederfabrik gehöre (oder umgekehrt?). Annie bruddelte ziemlich empört: „und was bekomme ich? Ich habe schließlich mein Wasser dagelassen!“
Darauf bekam Inge einen derartigen Lachkrampf, dass wir schon meinten, sie hätte einen Nervenzusammenbruch
(worüber sich zu diesem Zeitpunkt wohl kaum jemand gewundert hätte).
Nun folgte an der Rezeption eine nervenraubende Demonstration über die Funktionsweise der Hightech-
Zimmerschlösser anhand eines ausgebauten Schlosses – oder war es ein Modell – sowie die gesamten
Abläufe und Formalitäten des Hotels durch einen äußerst gestressten und dadurch wohl nicht eben freundlich auftretenden Angestellten. Alles sehr rasant und für uns Erschöpften unverständlich, da nicht mehr aufnahmebereit. Davon abgesehen erklärte sich die Sache von selbst.
Christine erfuhr bei der Zimmerverteilung, dass sie (Höhenangst, Fahrstuhlangst) in der 6. Etage untergebracht seien und bat um ein anderes Zimmer in einer tieferen Etage. Keine Chance. Wir versprachen, falls der Lifttest nicht gut geht, unser Zimmer (immerhin nur in der 3. Etage) gegen ihr‘s zu tauschen.
Christine magst du vom Liftfahren erzählen...
Unser Zimmer war sehr luxuriös ausgestattet und wir genossen erst mal den Komfort. Vom Balkon Ausblick auf den leeren Pool und halbfertige Baustellen und ein bisschen normales türkisches Leben am Stadtrand.
Zum Glück hatten wir uns ein wenig ausruhen können, denn unten im Restaurant zwecks Abendessen, ging der Stress gleich wieder richtig los.
Als wir im Restaurant ankamen, war die Ka... schon voll am Dampfen. Ebenso Christine kurz vorm Explodieren.
Bitte bitte erzählen...
Armbänder befanden sich an der Tasche statt am Arm. Gott sei dank hatten wir sie überhaupt noch, wir dachten nämlich, die galten nur im Orange County... Ahmed* erschien auch kurz am Tisch, als er wohl das Gefühl hatte, eingreifen zu müssen. Er erklärte uns mit strengem Blick, dass wir die Armbänder
am Handgelenk zu tragen hätten. Tatsache war, dass er im Hotel die Info, dass wir HP gebucht hatten, nicht weiter gegeben hatte (und dies auch für den Rest des Aufenthaltes im Timo-Hotel nicht tat, denn wir mussten uns immer wieder mit den Kellnern streiten, um essen zu dürfen, einmal musste sogar der Chef-Animateur übersetzen, aber mir war da der Appetit bereits vergangen).
Da wir inzwischen aus Deutschland dank weiterer Recherchen meines Freundes im Internet die Auskunft
hatten, dass es „unfolgsamen Gästen“ wie uns durchaus schon passiert ist, dass Rückfluginfos nicht weitergeleitet wurden, so dass sie schlussendlich den Flug verpassten und aus eigener Initiative und Tasche bewerkstelligen mussten, überlegten wir natürlich, wie wir ohne Schaden die Geschichte beenden
können.
Annie beschloss, noch einmal zu schlichten (leider unter vier Augen). Sie begab sich an Ahmeds* Tisch, relativ weit von unserem entfernt. Versuchte noch einmal unseren Standpunkt zu erklären. All das interessierte
ihn aber nicht wirklich. Auch nicht, dass ihre Freundin (ich) starke Zahnschmerzen hat und zu einem Arzt müsste. Alles was er wollte war, Annie näher zu kommen. Hat sie geduzt (...ich darf doch Annie sagen?...) Hat ihr erklärt, er sei fasziniert von ihr, da sie von weitem wie ein Mädchen wirke und doch so alt sei wie er. „Ich will dich“... Annie versuchte ohne Aufsehen und ruhig ihm zu erklären, dass sie glücklich verheiratet ist, ihre Familie zuhause auf sie wartet. Dies interessierte ihn nicht. Er sagte, es muss ja keiner erfahren wenn sie bei ihm im Zimmer war und sehen sich ja eh nicht wieder. Er selbst sei seit fünf Monaten geschieden. Auf Annies hartnäckige Ablehnung hin, bat er sie, sich doch zumindest später mit ihm zu einem Getränk in der Lobby zu treffen. „Ich werde dort auf dich warten“.
Annie sah, dass ihre Einlassungsversuche nicht nur vergelblich waren, sondern voll „nach hinten los gegangen“ sind. Sie bezahlte nun sogar die € 50,- in der Hoffnung, die Quittung doch noch später zu erhalten. Im Augenblick wollte sie nur raus aus der Situation und kam sehr beklommen zu uns zurück.
Von da an trat der harte Kern nur noch geschlossen auf. Annie wurde nicht mehr aus den Augen gelassen,
Christine und Paul waren ab da ihre Bodyguards. Das wird auch auf immer unvergesslich sein, dieses gute Gefühl, nicht allein zu sein. Danke, ihr beiden.
Später dann in (jetzt erst recht) fröhlicher Runde haben wir viel diskutiert, aber zum Glück auch viel gelacht. Otto, wie wär‘s denn mit der „Rotwein-Bestellung auf englisch“?
Ahmed* saß tatsächlich einsam in der Lobby, sein nervöser Blick war immer wieder zu sehen. Er hat vergeblich gehofft. Annie war komplett geborgen in unserer Mitte.
In dieser Nacht habe ich so gut wie gar nicht geschlafen. Der Raki hatte nicht die gewünschte Wirkung auf meinen Zahn, zumindest nicht anhaltend. Hat mich im Gegenteil von Stunde zu Stunde unruhiger gemacht und alle möglichen Ängste waren plötzlich da, durch den Schmerz multipliziert. Es war zwei Tage vor Vollmond.
Am nächsten Morgen schien die Sonne und wir wollten nur noch faul am Strand liegen, ließen uns da auch nieder, es war angenehm. Der Wind etwas kühl, aber sehr entspannend. Bis auf den Zahn. Ich versuchte, mit meinem Freund per SMS einen Zahnarzttermin sofort bei Rückkehr zu machen, schalteteaus Versehen, oder Übermüdung, mein Handy aus und gab beim Wiedereinschalten die falsche Pin ein. Dann noch einmal... die Zahl war aus meinem Gehirn gelöscht. Mir blieb nichts als das Teil ausgeschaltet zu lassen und auf einen klareren Moment zu warten. Den Tag über schrieb ich immer wieder die Nummer
auf wenn sie mir einfiel und nach ein paar Stunden war dann wieder klar wie sie lautet. Aber die Erfahrung was Stress so anrichten kann war schon interessant. Den Termin hatten wir natürlich längst über Annies Handy gemacht... Am Strand lernten wir eine Dame in den 60ern kennen. Wie sich bald herausstellte, waren auch sie und ihr Mann „Aussätzige“ einer anderen Reisegruppe. Auch sie hat uns berichtet, wie sie ausgegrenzt und von Informationen abgeschirmt wurden. Aber sie hatte viel Humor. Alles in allem eine informative, aber auch total lustige Begegnung. Der Sonnenschein hielt leider nur ca. zwei Stunden und so machten wir uns per Bus auf nach Alanya und es wurde noch ein wunderschöner Tag.
Wieder das schöne und auch traurige Gefühl: So hätte es sein können, so stellten wir uns den Urlaub vor. Aber im Moment war es ja so!!! Und das genossen wir. Haben in der Nähe des Hafens lecker gespeist,
ausgiebig Shopping betrieben, uns den Hafen angeschaut und vor allem – darüber bin ich besonders
froh, denn es war ein Herzenswunsch von Annie – eine Moschee besichtigt.
Abends dann wieder der unausweichliche und sehr unerfreuliche Armbandstress. Ansonsten fröhliches
Beisammensein in der Lobby, es war ja der letzte Abend. Annie wieder abgeschirmt vor Ahmeds* Blicken in unserer Mitte, sie hat sich sogar einmal umgesetzt um ihn nicht mehr sehen zu müssen. Doch er hielt sich lange alleine und beobachtend im Hintergrund. Inzwischen hatten wir uns alle etwas näher kennen gelernt, doch das Gesprächsthema kehrte immer wieder unweigerlich zur Problematik zurück. Wie bekommen wir die Rückfluginfo und die Unterschrift auf dem Ticket. So beschlossen wir, dass
Jenny und Dammy, die am Samstag den letzten Ausflug mitmachen wollten, uns rechtzeitig vor Rückkehr
ins Hotel per SMS informieren würden, so dass wir Ahmed* abpassen könnten. Und zwar alle zusammen. Ansonsten versuchten die Animateure Stimmung zu machen. Sie waren so lächerlich (halbnackte
Männer als Baby mit Pampers, Haarschleifen und Riesenschnuller...) dass sie schon fast mein Herz rührten. Wer weiß unter welchen Umständen sie diesen Job machen, bestimmt hatte sie einmal ganz andere Berufswünsche...
Endlich war Samstag, der letzte Tag, Wetter bescheiden, wolkig, Regen. Nur noch gammeln und in Konakli bummeln, spazieren. Etwas einkaufen. Treffen Chrissi, Paul und die anderen. Natürlich. Wir gehören zusammen hier. Die Kommunikation mit Jenny hat nicht so ganz geklappt und als Annie und ich gegen Abend ins Hotel kamen, saßen da Ahmed* und eine blonde Dame aus der Gruppe in der Lobby. Wir informierten die anderen, alle erschienen und wir belagerten Ahmed*, der uns in ein nettes Gespräch
gebettet, anstandslos die Tickets unterschrieb und die Abflugs- bzw. Abfahrtszeiten (2.30 Uhr) aushändigte.
Ab diesem Moment war er für uns „gestorben“ er bekam keinen Blick mehr, kein Wort und schon gar kein Trinkgeld. Eigentlich ziemlich traurig, das Ganze.
Abreise klappte relativ reibungslos, mal davon abgesehen dass die versprochenen Lunchpakete nicht existierten, bzw. die die auffindbar waren, waren leergefressen. Doch wir bekamen einen Kaffee und das war das Wichtigste. Nur kam der Bus nicht. Ahmed* sollte per Telefon geweckt werden, hatte dieses aber wohl ausgeschaltet. Wir wollten heim, der Rezeptionist telefonierte. Wir warteten... Egal wie, irgendwann kam der Bus dann doch, holte die Zeit durch halsbrecherische Wettrennen mit anderen
Bussen wieder ein und wir kamen mehr als pünktlich da an. Wurden von Eva und Jürgen, die ja auch nach Stuttgart flogen, sogar noch zum Frühstück eingeladen. Soo lieb. Jürgen, ganz Gentleman, ließ es sich auch nicht nehmen, die ganze Zeit Annies schwere Tasche zu tragen (war ja die Wasserpfeife drin)...
und was war wohl in Stuttgart??? Sonnenschein
So, meine Fleißarbeit ist getan - Jetzt sei IHR dran (oder ist schon alles verdrängt?)
Foren“ gelesen, wäre in Anbetracht der Fülle und immer wiederkehrend bis ins kleinste Detail ablaufenden
Stories wohl gar nicht erst die Idee zu unserer Geschichte entstanden. Aber – versprochen ist versprochen – und Inge, Otto, Eva und Jürgen warten auf den Briefträger, die anderen unserer Schicksalsgemeinschaft
auf E-Mails. Mal ganz abgesehen davon, dass wir bei rechtzeitiger Information über den Ablauf solcher „Gewinnreisen“ ein paar wunderbare Menschen nie so kennengelernt hätten.
Eigentlich bin ich skeptisch in solchen Dingen, doch als die freundliche Dame von GT-Marketing aus
Bremen mit „ich gratuliere, Sie haben eine Türkei-Reise gewonnen – ohne wenn und aber...“ rüberkam, hatte mein Freund Achim wohl gerade so etwas wie einen (geistig) schwachen Moment und sagte: „Lass uns das einfach mal tun“.
Ich selbst, der Türkei vor 20 Jahren in einer sehr intensiven Reise mit Ford Transit, Zelt und ständigem direktem Kontakt zu Land und Leuten sehr nahe gekommen, sah die Gelegenheit, meinem Freund einen Hauch des Zaubers dieses Landes zu vermitteln.
Die Dinge nahmen ihren Lauf. Die Zahlungen (insgesamt € 349,-) wurden termingerecht von uns geleistet,
die Tickets kamen pünktlich 10 Tage vor Abflug. Der Zeitpunkt rückte näher und Achim wurde von der Grippewelle überrollt.
Plötzlich wurde der jahrealte Wunsch realisierbar, mit meiner lieben Freundin Annie eine Reise zu unternehmen.
Alles schien zu passen. Annie bekam tatsächlich Urlaub, das Ticket konnte kurzfristig über
GT-Marketing umgebucht werden, was lediglich zügige Abwicklung (Faxen der Postüberweisung von
€ 50,- Umbuchungsgebühr) erforderte. Einen Tag (Samstag) vor Abflug lag Annies Ticket im Briefkasten.
Es konnte losgehen.
Bisherige Ausgaben für zwei Personen:
Reisepreis der Begleitperson: € 299,-
Flughafensteuer € 25,- p.P. € 50,-
Umbuchungsgebühr € 50,-
€ 399,-
Um nicht mitten in der Nacht starten zu müssen, fuhren wir Samstag frühen Abend die gut 200 km
nach Stuttgart, um gemütlich in einem „Park, sleep and fly“ Hotel zu nächtigen. (Abflug 10.10 Uhr,
Anwesenheit 2 Std. vorher). Sehr empfehlenswert übrigens, dieser Service. Für eine Nacht im Doppelzimmer,
Begrüßungssekt, acht Tage Parkhaus und Flughafen-Transfer hin und zurück bezahlten wir
zusammen € 111,-.
Schön ließ er sich an, unser Urlaub, haaach – alles so entspannt und easy...
Planmäßige Ankunft in Antalya muss am Sonntag so etwa 14.30 Uhr Ortszeit gewesen sein und als wir unsere Koffer wiedergefunden hatten, machten wir uns gut gelaunt auf den Weg nach draußen um den Reiseleiter mit unserem GT-Marketing Logo zu finden, der uns in Empfang nehmen sollte.
Als sich nach 30 - 40 Minuten der Vorplatz des Flughafens merklich geleert hatte, einer der von uns angesprochenen
Reiseleiter „unser“ Logo gar nicht kannte, vermischte sich zum ersten Mal die gute Laune mit einem leisen Anflug von Unbehagen. Bald darauf tauchte zum ersten Mal der Gedanke auf: „Gott sei Dank habe ich alle Unterlagen im Rucksack“. Ein weiteres leicht verwirrtes Menschenpaar (Eva und Jürgen,
die uns später so ans Herz gewachsen sind) blieb mit uns übrig, die wie sich bald herausstellte das selbe Buchstabenrätsel (Lösungswort TEURO!!!) im Infoblatt unseres Energielieferdienstes richtig gelöst hatten.* Dass sie ganz in unserer Nähe wohnten – auch im Landkreis Lörrach – und uns sehr ans Herz wachsen sollten, ließ sich zu diesem Zeitpunkt nicht erahnen. (*Stellungnahme Energiedienst im Anhang)
Mir fehlt etwas das Zeitgefühl, doch ich denke nach gut 1 - 1, 5 Stunden hatten wir uns mit dem Gedanken
vertraut gemacht, einer Schwindelei aufgesessen zu sein, lediglich die Tickets zu besitzen und nun überlegen zu müssen, wie wir erst mal ein Hotel finden.
Da tauchte Dschingis Khan-gleich, wie eine Reiterin aus der Steppe mit wehender Mähne, Pluderhose, hohen Hacken, rauher Stimme und sprühender Laune Shennay* auf. Reiseleiterin einer „Geschwister-Gruppe“, die mit ihrem ganz eigenen Humor verkündete, wir seien im falschen Flugzeug gekommen. Haha. Tatsächlich hat Antalya zwei Flughäfen, die mehrere 100 Meter auseinander liegen und wir waren im älteren gelandet, die meisten anderen Gäste im neuen. Sie hatten wohl schon Stunden verbracht auf uns zu warten, es gab mehrere Busse voll Menschen, die nun endlich ins Hotel wollten. Außerdem standen da leergeräumte Tische mit leeren Gläsern etc. – war wohl der Begrüßungstrunk gewesen).
Aber nun fing das Chaos gerade erst an. Männer mit langen Namenslisten suchten ihre Gäste. Unsere
Namen waren nicht dabei, bis ich plötzlich einen Namensteil meines Freundes vernahm. Ok – die Umbuchung war nur bis zur Ticket-Reservierung durchgedrungen – nicht weiter schlimm wenn man es weiß. Wenn wir nun glaubten aufatmen zu dürfen, so war dies ein fataler Irrtum. Noch ehe wir im Bus saßen, sollten wir „Halbpension“ dazubuchen für € 70,- p.P.. Ein innerer Aufschrei – oder war es schon Frage: Halbpension, das war doch inklusive, oder täusche ich mich etwa??
Gott sei Dank, die Unterlagen befanden sich alle griffbereit im Rucksack und da stand es schwarz auf weiß, das so wichtige „HP“. Somit war dieses Thema fürs Erste vom Tisch und wir durften hinter dem Fahrer Platz nehmen. Am Rande vernahm man auch die Verhandlungen der anderen Gäste und nicht alle hatten wohl ihre Unterlagen dabei, bzw. griffbereit, bzw. war Halbpension nicht inbegriffen und sie hatten dies nicht beachtet. Also – erster Aderlass für so manche. Stress lag in der Luft. Ich habe noch den Satz eines betagten allein reisenden Herrn im Ohr: „Was soll ich denn jetzt essen?“
Es wurde also gleich mal die mehr oder weniger vorhandene Orientierungslosigkeit genutzt, die auftreten
kann, wenn man frisch an einem unbekannten Ort gelandet ist. Aber das war ja jetzt alles nebensächlich.
Endlich saßen wir im Bus der uns nach Kemer bringen sollte. Aufenthaltsort und Name des Hotels (Orange County, Kemer) erfuhren wir erstmals zu diesem Zeitpunkt.
Eine Woche Sonne und Meer lag vor uns (auch wenn bisher kein wesentlicher Temperatur-Unterschied festzustellen war – es war ja erst Ende Februar).
Das Hotel näher zu beschreiben, schenke ich mir lieber. Es war ein visueller, kultureller und emotionaler Schock – holländische Lebensart nachempfunden in der Türkei, ein ellenlanger Schlauch, wir hatten unser
Zimmer in „Block“ 7. Hier das Angenehme: Zimmer sehr komfortabel, Personal sehr freundlich und am Abend erwartete uns ein unbeschreiblich vielfältiges Buffet, es war wirklich für jeden Geschmack gesorgt und eine Fülle an türkischen Speisen vorhanden. Das Hotel war wohl ziemlich voll, denn im Speisesaal herrschte Bahnhofsatmosphäre, was Menschenmenge und Geräuschpegel betraf. Zum Strand war es auch nicht weit und wie wir von einer freundlichen braungebrannten Dame erfuhren, die schon die zweite Woche hier war, gab es einen angenehmen Fußweg (ca. 10 Min.) nach Kemer.
Am nächsten Morgen – Montag – um 9 Uhr sollte das erste Treffen mit Ahmed* unserem Reiseleiter in der Lobby stattfinden. Wir saßen in den bequemen Sesseln und harrten der Dinge, dachten wir bekommen
nun den „Begrüßungscocktail“, als eine lächelnde Serviererin nach unsern Wüschen fragte. Bestellten
je einen Tee. Es herrschte Hektik in der Lobby, viele Menschen die zu ihren Bussen aufbrachen. Da tauchte ein Herr in Anzug und Krawatte mit Liste auf, fragte gereizt nach unseren Namen. Müller und Krause? Ich sagte, Müller und Schmidt, mein Freund sei krank geworden und dafür meine Freundin mit
gekommen. Worauf so etwas wie ein Lächeln auf seinem Gesicht erschien und er meinte, so sei das doch viel besser. Er erledigte seine Formalitäten und meinte, der Bus wartet schon, wir sollen einsteigen.
Wir erklärten ihm, dass wir urlaubsreif seien, gesundheitlich etwas angeschlagen und wollten nicht in einen Bus steigen, sondern die zwei Tage hier in Kemer entspannt am Strand etc. verbringen. Da war es dann vorbei mit der kurzen Freundlichkeit und er erklärte, das ginge nicht, wir müssen die Ausflüge
*Selbstverständlich wurden alle Namen von den Verfassern geändert.
mitmachen etc. Nach kurzer nicht eben angenehmer Diskussion zog er sauer und beleidigt von dannen, nachdem wir uns geeinigt hatten, am Abend weiter zu sprechen. Der Tee kam dann auch nachdem wir die Bestellung wiederholt hatten, und wir waren doch schon sehr erstaunt, dass wir dafür je € 1,50 bezahlen mussten. Das Wort „Begrüßungscocktail“ war weder bekannt noch wurde es verstanden.
Na ja, was solls...
Wir erkundeten die Umgebung, legten uns eine Weile auf die Liegen am Strand, aber die Sonne verzog sich immer wieder und es war definitiv zu kühl. So begaben wir uns nach Kemer, bummelten, schauten uns die Geschäfte an, Annie kaufte sich ihre Wasserpfeife und unterhielt sich prächtig mit dem Verkäufer,
während ich mir einen Frieseurbesuch gönnte. So verging der erste Tag und wir hofften auf Wetterbesserung
für morgen.
Am Abend war Ahmed* nirgends zu entdecken, was uns nicht unangenehm war...
Erste Infos von Christine und Paul........?
Dienstag trafen wir wieder Christine und Paul beim Frühstück, die sich auch munter und selbstbewusst von der Gruppe abgesetzt hatten und ihr eigenes Programm durchzogen. Christine im Gegensatz zu uns schon sehr informiert über die Fallstricke dieser Gewinnreisen, da sie sich vor Antritt in entsprechenden
Foren schlau gemacht hatte.
Mit Wünschen für den Tag und der Abmachung wichtige Infos weiterzugeben trennten wir uns wieder und verbrachten den Tag ähnlich wie den letzten. Das Wetter war leider noch feuchter geworden. Ich harrte am Strand aus bis die Liege wegen einsetzendem Regen konfisziert wurde und Annie, die tatsächlich
gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe war, nutzte das komfortable Zimmer um zu lesen und schlafen.
Das konnte natürlich nicht alles sein und so sind wir später wieder nach Kemer marschiert, dem Regen in ein Café ausgewichen. Hatten eine wirklich nette Unterhaltung mit einer Marktfrau (sie türkisch, wir deutsch) und so verbummelten wir auch diesen Tag im Wissen morgen/übermorgen weiter über Pamukkale
nach Alanya zu reisen. Vielleicht sollte ich erwähnen, dass für mich diese Tage von zunehmenden
Zahnschmerzen leicht überlagert waren.
Am späteren Nachmittag nahmen wir das Hotel-interne SPA Center in Anspruch, Annie Gesichtsbehandlung,
ich Hamam mit dem vollen Programm: Seifenschaum, Waschen, Ganzkörperpeeling, anschl. Ganzkörper-Ölmassage – es war einfach wunderbar, wenn auch nicht ganz billig. Aber es hat sich allemal gelohnt, weil wir uns anschließend wirklich super fühlten. Der Chef des SPA Centers ist ein fünfzigjähriger
deutscher Physiotherapeut, verliebt in und verheiratet mit einer lieben türkischen Frau, die übrigens meine komplette Behandlung durchführte und wir uns trotz sprachlicher Barrieren gut verstanden.
Kurze Rücksprache mit Christine und Paul, sie hatten mehr Kontakt zu den anderen und hatten über einige unerfreuliche Erlebnisse anderer zu berichten:
Türkischer Abend?... Weinprobe?? Eine Frau, die schon pleite war wegen der vielen Sonderausgaben.... weiß es schon nicht mehr...
Außerdem hatten sie die allerwichtigste Info für uns, nämlich dass am nächsten Morgen um 6.30? Uhr Abfahrt für alle nach Pamukkale war. Von offizieller Seite (Ahmed*) hätten wir das nicht erfahren, denn auch an diesem Abend haben wir ihn nirgends gesehen.
Zur Entlastung sei gesagt, dass am Mittwoch früh das Telefon, Weckdienst, kurz klingelte. Allerdings um 6.00 Uhr, also ohne Vorinfo hätten wir die Abfahrt wohl ziemlich sicher verpasst.
Mittwoch morgen, verschlafenes Treffen in der Lobby um 6.30. Es regnete nicht, es goss aus Eimern. Ahmed* begrüßte uns mit finsterem Blick und schnauzte uns an, wie unverschämt es sei, drei Tage hat er uns nicht zu Gesicht bekommen.
Alle flüchteten durch den Wolkenbruch in den Bus. Annie wollte alleine sitzen, mir war das auch am liebsten. Unsere Stimmung war an diesem Morgen glaube ich am tiefsten Punkt. Es gab genügend Platz im Bus. Christine und Paul thronten in der hintersten Reihe: endlich mal genügend Platz für die beiden Kuschelbären. Die Sintflut nahm kein Ende, Nebel um uns, wir wieder auf dem Rückweg nach Antalya. Dort angekommen schon gleich wieder der erste Halt, direkt vom Bus wurden wir in die Schmuckfabrik „Storcks“ geschleust, der Regen und die frühe Stunde ließen gar keinen anderen Gedanken zu.
Da standen wir nun, hörten uns einen Vortrag über Schmuck, Herstellung, Vertrieb ...an. Der Referent war ein waschechter, schicker und gutaussehender Schwabe. Aalglatt und rhetorisch sehr gewandt. (Christine, Paul, Inge, Otto etc. wisst ihr noch mehr? Habe nicht wirklich zugehört, war schon von Fluchtgedanken überlagert)
Anschließend wurden wir eine Etage höher in die riesigen Ausstellungsräume geführt, wo sich jede Menge schick gekleideter Verkäufer/innen befanden, die uns wie sie meinten unauffällig taxierten. Nun wurden wir nach Möglichkeit isoliert, was in unserem Fall auch gut gelang, denn Annie wollte sich Uhren anschauen und ich nicht hilflos an ihren Fersen kleben, so dass ich mich mit einem höchst unangenehmen
Gefühl alleine wiederfand. Alle waren plötzlich irgendwie weg. Und es kam was kommen musste, einer der Verkäufer, leider frei von jeglichem Charme, klebte sich an meine Fersen. Ich konnte mich winden wie ich wollte, so unfreundlich und unnahbar ins Leere schauen wie es mir nur irgend möglich war (und ich kann das gut!). Er fragte nach meiner Silberkette, wie lange ich sie schon trüge, es sei doch höchste Zeit, sie einmal zu reinigen, was er mir anbot und ich es ablehnte. Keine Chance. Meine Fährte war gewittert und es gab kein Entrinnen. Also Pokerface und durch. Mein Beistand war die Zeit. Sie würde vergehen, auf welche Art und Weise auch immer. Ich fühlte mich so gestresst, dass ich gar nicht mehr objektiv etwas anschauen konnte, mal davon abgesehen, dass dies weder meine Welt, noch mein Geschmack war. Kaum schaute ich länger als drei Sekunden auf einen Ring, hatte ich ihn am Finger. Ich versuchte immer noch tapfer aber vergeblich den Verkäufer abzuschütteln, bat ihn fast schon hilflos, mich doch einfach in Ruhe schauen zu lassen, kaufen käme für mich so oder so nicht in Frage. Ich schaute
vier Sekunden auf eine Kette mit einer schwarzen Perle und schon hatte ich sie „am Hals“. Ja, man sollte sich doch mal entspannt setzen und einen Kaffee trinken, oder einen Raki? Ich wollte allerhöchstens
Tee. Endlich hatte er mich im Séparée, was ich ja unbedingt vermeiden wollte. Der Tee kam und ich war stinkesauer gegen meinen Willen hier zu sitzen. Der Verkäufer fragte mich, ob ich Lehrerin sei. Ich sagte, nein das sieht für ihn nur so aus, ich kucke so wie das Klischee einer strengen Lehrerin weil ich mich unfreiwillig in diesem Verkaufsgespräch befinde. Aber das brachte mich auch nicht weiter, denn er hatte nicht nur keinen Charme, sondern auch keinen Humor. Statt dessen stelle er mir immer neue Zahlungspläne auf, hämmerte wie ein Wahnsinniger auf seinem Taschenrechner herum und ignorierte mein ihm immer wieder demonstriertes Desinteresse. Ob ich denn mit Visa oder EC-Karte bezahlen würden. Selbstverständlich ginge es auch auf Rechnung. Er erzählte mir Stories von Karat und... die mich nicht die Bohne interessierten. Das nicht unschöne aber von mir absolut nicht begehrte Stück war mittlerweile schon von € 3.800 auf sagenhafte € 1.900 gesunken. Sensationell, oder? Ok, man kann doch noch etwas für mich tun, kleinen Moment... Er verschwand und ich kalkulierte kurz meine Fluchtmöglichkeiten,
aber da war er schon wieder. Hier, meine Chefin. Sie setzt sich zu uns. Eine Frau Mitte dreißig, die Designerin des edlen Schmuckstückes natürlich. Ich lobe sie natürlich, ihren wundervollen Geschmack. Sie meint es gut mit mir. Sie will mir helfen. Ich soll doch dieses Wunderwerk mein eigen nennen dürfen. Sie fragt nach meinem Beruf. Ich versuche ihn ihr zu erklären – und dass ich im Moment
leider arbeitslos sei, eine glatte Notlüge, vielleicht hilft sie ja ein wenig. Auch die Dame ignoriert komplett meine sachliche Angabe, dass die Kette selbstverständlich wunderschön sei, ich aber nicht im Traum daran dächte, sie zu erwerben. So geht es immer weiter. Noch ein Tee, zuckersüßes Lächeln, großzügiger Blick, neues Gehämmer auf dem Taschenrechner. Zahlungspläne. Runter mit dem Preis. Runter mit der Anzahlung. Auf Null. Weil ich es bin, die erste Rate von sage und schreibe nur € 300 erst im April. Dann erst im September. Und und und ... mir schwirrt der Kopf, mein Bauch kullert vom Tee. Ich will nur raus, raus, raus und irgendwann wird denen mein Widerstand zu dumm, sie verständigen
sich kurz und plötzlich kann, darf, soll (?) ich ganz schnell gehen, suche fluchtartig den Weg nach unten,
nach draußen, zur Toilette... zumindest war diese Geschichte wunderwirkend für meine Verdauung!
Andere sind ähnlich aufgelöst wie ich, andere wiederum eher amüsiert, andere hatten zumindest interessante
oder amüsante Gespräche, ich bin einfach erst mal fix und fertig und hoffe dass bald alle im Bus sitzen und wir weiter fahren. Das ist aber nicht der Fall, denn zwei Personen tauchen einfach nicht mehr auf. Irgendwann, ich glaube so 40 – 50 Minuten nach uns, erscheinen sie doch noch und irgendwie wirken sie verändert. Später erfahren wir, dass bei einem möglichen Verkaufsabschluss vorher gemachte Zeitangaben (z. B. eine Stunde Aufenthalt) keine Gültigkeit mehr besitzen und das Verkaufsgespräch so lange fortgesetzt wird, wie noch Hoffnung besteht und die Reisegruppe hat zu warten. Die potentiellen Käufer geraten in dieser Situation auch unter Druck, denn sie wiederum wissen ja, dass die anderen schon eine ganze Weile auf sie warten und können möglicherweise leichter zum Kauf überredet werden.
Ihr anderen seid gefragt...
An dieser Stelle würden wir uns auch sehr über einen Textbeitrag von Imke und Claus freuen...
wüssten auch zu gerne, wie ihre Geschichte ausgegangen ist.
Irgendwann fuhren wir dann endlich in Regen und Nebel aus Antalya in Richtung Taurus-Gebirge und meine stillen Ängste, von wegen Bus, Gebirge, Erdrutsch, Überflutung der Straße, Schnee (in den Gipfeln hat es geschneit) behielt ich lieber für mich. Die Stunde in der Schmuckfabrik hat mich in mich gekehrt. Der höchste Pass den wir vor uns hatten, hatte um die 1.300 m Höhe und da waren wir noch lange nicht. Hin und wieder kam der Bus dermaßen ins Schlingern, dass ängstliche Aufschreie durch den Bus gingen, der Reiseleiter beruhigte uns: das ist nur der Wind. An der Vegetation war von Wind allerdings
nichts zu erkennen. Die Blätter der Bäume bewegten sich kaum. Irgendwie war es gut, dass ich erst am nächsten Tag erfuhr, dass der Bus schon 770.000 km drauf hatte und die Stoßdämpfer hinüber waren. Mittagsrast in einer Abfertigungskneipe, wir aßen nur um etwas im Bauch zu haben und weil wir dachten es sei inklusive. Davon gingen wir aus, weil keiner etwas von uns wollte. Andere Paare aus der Gruppe, die sich von den Ausflügen der vergangenen beiden Tage ferngehalten hatten und geweigert hatten, das Ausflugspaket in Höhe von € 149 (?) zu buchen das bei uns (schwarz auf weiß bis auf die Eintrittsgelder)
inklusive war, mussten am Katzentisch sitzen, wurden von der Gruppe abgesondert. Wir nicht, denn wir saßen ganz freiwillig weit weg.
Ich war ein wenig aufgeregt, denn ich freute mich schon sehr auf Pamukkale, das ich vor 20 Jahren mit heller Begeisterung kennengelernt hatte (in Freiheit und mit ausgiebig Zeit). Endlich waren wir da, vor uns lagen die Kalksteinterassen. Der Bus hielt am Fuße des Berges an, Ahmed* kam zu uns nach hinten und befahl Christine, Paul, einem Ehepaar, Annie und mir auszusteigen. Der Bus würde jetzt mit jenen Gästen nach oben fahren, die das Ausflugspaket gekauft und somit den Eintrittspreis bezahlt hätten.
Annie und ich waren empört, da die Ausflüge ja bei uns inklusive waren und bis dahin hatte uns keiner gesagt wo und wann wir Eintritt zu bezahlen hätten, was ja gar kein Problem gewesen wäre. Aber dies war offensichtlich für Ahmed* der Augenblick des Triumphes. Endlich konnte er uns zeigen, wer hier das Sagen hatte. Wir sagten, dann zahlen wir den Eintritt, wo ist das Problem, aber er meinte, dazu sei jetzt zu spät. Pure Machtdemonstration. Wir waren fassungslos und wütend. Außerdem war es schon 15.30 und ich wäre doch so gerne stundenlang in diesem Wunder der Natur gewandelt. Bevor der Streit zu eskalieren drohte, zeigte er sich gnädig und meinte, für € 10 p.P. dürften Annie und ich mit hoch fahren. Aber das war dann nicht mit unserem Stolz vereinbar und wir stiegen mit den anderen aus. Ach ja – um 16.30, also in einer Stunde – sei an selber Stelle wieder Treffpunkt, dann würden wir wieder eingesammelt und ins Hotel gekarrt.
Also, da standen wir: Christine, Paul, Inge, Otto, Annie und ich. Was war ich froh, dass Inge und Otto wie ich entschlossen waren, zu Fuß nach oben zu stapfen. Eine Stunde für Hin- und Rückweg und auch noch Aufenthalt war mehr als knapp, die Füße erst mal kalt, denn auf dem weißen Kalk durfte man nur barfuß gehen. Aber wir wurden belohnt, denn als wir oben ankamen schien plötzlich die Sonne und auch unsere Füße konnten wir im herrlich warmen Wasser wieder beleben. Dass mir für mein „Hauptziel“
so gut wie keine Zeit blieb hat mir so weh getan, dass ich dieses Thema kurz fasse. Natürlich trafen wir oben wieder auf verschiedene Leute aus unserer Gruppe, die uns im Vertrauen berichteten, dass der oben neu beschlossene Treffpunkt um wieder nach unten zu fahren 17.15 Uhr war. Ohne diese Info hätten wir doch tatsächlich sofort wieder nach unten kraxeln müssen um den Bus nicht zu verpassen und dann eine Stunde an der Straße warten müssen. Wenn das keine Schikane ist, was dann?
Also denn, so gegen 17.30 saßen wir wieder alle im Bus und es ging weiter in Richtung Thermalhotel. Ahmed* kam nach hinten um die noch fällige türkische Flughafentaxe zu kassieren. Nun hatte ich aber von der Dame von GT-Marketing den dringenden Ratschlag bekommen, uns diese Zahlung unbedingt quittieren zu lassen und uns den Namen des Reiseleiters nennen zu lassen um beim Rückflug keine unangenehmen Überraschungen zu erleben, bzw. bei unangenehmen Erlebnissen etwas in der Hand zu haben. Auch für die Rückmeldung bei GT-Marketing (die erst erfolgen wird, wenn dieses Dokument durch die anderen Mitreisenden ergänzt wurde).
Ja - und nun ging es richtig zur Sache. Annie versuchte zu verhandeln. Sie sagte, natürlich bezahlen wir die € 50,- sofort gegen eine Quittung. Ahmed* wiederum meinte, zahlen solle sie gleich, die Quittung gäbe es dann abends im Hotel. Worauf Annie logischerweise meinte, dann könnten wir ja auch abends im Hotel bezahlen. Das ganze steigerte sich ziemlich dramatisch, denn Ahmed* wurde sehr aggressiv im Ton. Er moserte mich dann an, er sei doch kein Sklaventreiber, aber er wolle doch seine Gruppe immer zusammenhalten. Was ja mit dem Thema eigentlich gar nichts mehr zu tun hatte, aber mit Sicherheit der eigentlich Grund seiner Wut auf uns „aus der Reihe tanzenden“ war. Ich versuchte ihm zu erklären, dass ich sein Verhalten sehr unhöflich und auch alles andere als gastfreundlich fände. Leider wurde ich auch etwas laut, was ich in solchen Momenten eher als Schwäche empfinde. Annie versuchte erneut, auf ruhige und sachliche Art, ihm unseren Standpunkt zu erklären und er meinte ok, sie soll im Hotel zu ihm kommen, seine Tür sei immer für sie offen...
Das Thermalhotel war sehr schön gelegen. Sonnenuntergang hinter Palmen. Leider hatten wir keine Zeit den Ort anzuschauen, denn wir waren schlagkaputt und bis zum Essen – für heute war eine feste Zeit, nämlich 19 Uhr angegeben – war es gerade noch eine Stunde und wir mussten uns blitzschnell entscheiden ob wir kurz aufs Bett liegen oder kurz ins Thermalbad wollten. Zweiteres war dann doch verlockender und so genossen wir kurz das herrlich warme Wasser, und den puppenstubenhaften Umkleideraum
der dann so gegen 19 Uhr voller als eine Ölsardinendose war.
An diesem Abend beim Essen kam der harte Kern als Ganzes zusammen. Eben Christine, Paul, Inge, Otto, Eva, Jürgen, Annie und ich – Andrea. Es gab sogar Livemusik, sehr schön, so eine Art Kammermusik
mit Klavierspieler und Geiger (?),wie man sich eben einen urigen Abend in der türkischen Provinz vorstellt. Wir haben uns köstlich amüsiert und sehr viel gelacht. Christine und ich stellten fest, dass wir beide Mediengestalterin sind. Eva und Jürgen wohnen, wie sich herausstellte, keine 30 km von uns entfernt.
Inge und Otto sind unwahrscheinlich sympathische Menschen. Otto hat mit seinem stillen Humor eine Nähe zu Christines Main Coon Katzenzucht festgestellt. Er züchtet das Futter, kleine zum Fressen süße Mäuse... Irgendwann sind wir noch in die Disco gegangen um uns die junge schlanke Bauchtänzerin anzuschauen. Sehr apart, mann hat ihr auch begeistert dankend ein paar Scheine ins Oberteil gesteckt. Leider hatte ich noch nie Bauchtanz gesehen, habe es mir immer irgendwie anders vorgestellt. Wie auch immer, es war lustig und wir sind eh bald todmüde ins Bett gesunken.
Christine und Paul, bitte was zum Schalter am Kopfende....
Ach ja – wir sahen an diesem Abend weder Ahmed* noch irgendwelche Quittungen...
Am nächsten Morgen strahlend blauer Himmel und Sonnenschein. Das richtige Wetter um den ganzen Tag im Bus zu sitzen. Erster Halt Teppichfabrik. Kasernenartiges Gelände mit Stacheldraht ähnlicher Einzäumung.
Tor auf, Bus rein, Tor zu. Es war zwar strahlend, aber kalt (wir befanden uns ja im Taurus Gebirge).
Also sind wir gegen unseren Entschluss doch mit hinein gegangen, nachdem wir uns versprochen hatten, uns gegenseitig zu beschützen. Und es hatte sich gelohnt. Die Show war sehr interessant. Sehr schön fürs Auge und Mokka mit Raki gab es auch noch. Außerdem wichtige Informationen zu diversen Web- und Knüpfarten, Teppichmustern und ihrem Ursprung, der Seidenspinnerei, wir konnten Seidenraupen
in ihren Kokons bewundern und schöne Fotos machen. Außerdem wurden uns pflanzliche Färbemethoden
nahe gebracht. Eine lustige Tatsache war, dass die Gruppe gebeten wurde, den Färbemeister
um nichts in der Welt in seinem Vortrag zu unterbrechen, da er kein Wort deutsch spräche und der komplette Vortrag auswendig gelernt sei. Gleichzeitig hat er uns ja die verschiedenen Planzen, Wurzeln etc. gezeigt, einen Strang Seide (oder Wolle?) im Indigotopf gefärbt usw.. Wenn man ihn unterbrochen hätte, wäre er so aus dem Konzept gekommen, dass er den Vortrag wie ein Tonband von vorn begonnen
hätte. Und in der Tat – er klang wie eine dieser Computerstimmen die man vom Telefon kennt, war aber ein ganz goldiger Typ. Die unweigerlich folgende Verkaufssituation war dann problemlos zu bewältigen.
Eine nette Verkäuferin, die schnell die Realität erkannte und uns bedauernd, aber freundlich ziehen ließ. Alles in allem ein angenehmes Erlebnis, wenn auch die schale Ahnung blieb, eine Touristenshow erlebt zu haben. Auf Fragen nach Arbeitszeiten der Weberinnen erhielten wir z.B. die Auskunft, dass sie am Tag 8 Std. arbeiten, inklusive gäbe es alle 2 Std. eine halbe Std. Pause (richtig?). Das kann man nun glauben oder nicht. Weiterfahrt durchs Taurus Gebirge. Der Bus schlingerte immer wieder aufs Heftigste. Christine, die an Höhenangst leidet, konnte bei den rasanten Talabfahren nur noch nach hinten aus dem Rückfenster schauen. Das laute pfeifende Röhren der Bremsen wird mir als grauslig musikalische Untermalung für immer in Erinnerung bleiben. Eingebrannt ins Trommelfell, unerträglich, fast schmerzend.
Wieder Pause in der selben Abfertigungskneipe, diesmal mussten wir plötzlich bezahlen. € 15 (???) für beide, ich wollte auch nicht mehr diskutieren, wer weiß, am Ende hätten wir für den vergangenen Tag noch nachzahlen müssen. Ahmed* hatte wohl den Kellner instruiert. Wir waren eindeutig auf der roten Liste. Aber mein Zahn tat weh und ich wollte Frieden, meine Ruhe.
Weiter ging‘s mit den bekannten Fahrgeräuschen- und Gefühlen. Während die Stoßdämpfer ächzten, die Bremsen röhrten, die Nerven sich schwächten, überhäufte uns Ahmed* mit dilettantischen Infos über
die Türkei. Hauptsächlich hat er eigentlich über die deutsche Sprache doziert. So kurz vor einer Kurve – keiner wusste so wirklich wohin sie uns trägt – hat uns Otto mit dem Motto des Tages beglückt:
„Völlig losgelöst von der Erde schwebt das Raumschiff völlig schwerelos“ Ich glaube man nennt das
Galgenhumor...
Zwischenstop an einer Tankstelle mit Shop. Ich kaufte Zigaretten, es ging nicht mehr anders. Raki gab es da leider nicht, vielleicht auch besser so. Annie erwarb ein violettes Schleierkäppi. Sah wirklich wunderschön
und zauberhaft aus. Auch Ahmed* war ganz verzaubert. Er wiederholte Annie gleich ganz im Vertrauen und sehr eindringlich (mit versuchten Berührungen, Umarmungen), noch im Shop, unter vier Augen sozusagen, die Einladung auf sein Zimmer.
Wir näherten uns am späten Nachmittag wieder Antalya und in mir keimte etwas Hoffnung auf, an diesem ersten (und wie sich später zeigte auch einzigen) Tag mit so herrlichem Wetter doch noch ans Meer zu kommen.
Weit gefehlt, der Besuch in der Lederfabrik stand an. Bekanntes Verfahren: Tor auf, Bus rein, Tor zu, Leute aus Bus, rein in die Fabrik. C,P,I,O,A+ich 180° Kehrtwendung und weg vom Eingang. Wir waren eine solch entschlossene und in diesem Augenblick absolut homogene Gruppe, dass keiner uns zu stoppen
wagte. Auf dem Gelände gab es einen Kiosk mit ein paar Tischen, Stühlen und den letzten Sonnenstrahlen.
Hier ließen wir uns nieder und feierten unseren mutigen Coup mit einer großen Flasche Wasser und sechs Plastikbechern auf Ottos Einladung. Paul gönnte sich sogar eine Tüte Kartoffelchips. Busfahrer anderer Gruppen, die am Nebentisch warteten, fragten uns befremdet, was wir denn so zu lachen hätten. Tja, wir hatten‘s halt lustig.
Als alle wieder da waren, Weiterfahrt. Aber nicht ans Meer, sondern davon weg zu einem Bankautomaten.
Es gab ja auch willige Käufer unter uns und die mussten wohl nachtanken. In der Zwischenzeit versanken die allerletzten Sonnenstrahlen endgültig irgendwo hinter den Häusern. Nach Alanya war es nicht mehr weit, die Fahrt wurde nur noch etwas ausgedehnt durch eine Pinkelpause für die lustigen Biertrinker weiter vorne im Bus. So dass es dann bei unserer Ankunft in Alanya stockdunkel war.
Und das war gut so.
Zunächst mal, wir waren gar nicht in Alanya, sondern 12 km davor in Konakli im „Timo Hotel“.
Vom Meer trennte uns nur die vierspurige Straße. Aber das nimmt man gerne in Kauf wenn man weiß, nun hat man noch zwei Tage ganz für sich. Noch während wir im Bus saßen, näherte sich ein Begrüßungskomitee
der Hotelleitung, das aber wie schnell klar war, lediglich die Gäste begrüßte, die in der Lederfabrik gekauft hatten. Je nach Umfang des Einkaufs wurde ein Drink an der Bar, oder gar ein Candlelight-Dinner in Aussicht gestellt. Da doch das Hotel der Lederfabrik gehöre (oder umgekehrt?). Annie bruddelte ziemlich empört: „und was bekomme ich? Ich habe schließlich mein Wasser dagelassen!“
Darauf bekam Inge einen derartigen Lachkrampf, dass wir schon meinten, sie hätte einen Nervenzusammenbruch
(worüber sich zu diesem Zeitpunkt wohl kaum jemand gewundert hätte).
Nun folgte an der Rezeption eine nervenraubende Demonstration über die Funktionsweise der Hightech-
Zimmerschlösser anhand eines ausgebauten Schlosses – oder war es ein Modell – sowie die gesamten
Abläufe und Formalitäten des Hotels durch einen äußerst gestressten und dadurch wohl nicht eben freundlich auftretenden Angestellten. Alles sehr rasant und für uns Erschöpften unverständlich, da nicht mehr aufnahmebereit. Davon abgesehen erklärte sich die Sache von selbst.
Christine erfuhr bei der Zimmerverteilung, dass sie (Höhenangst, Fahrstuhlangst) in der 6. Etage untergebracht seien und bat um ein anderes Zimmer in einer tieferen Etage. Keine Chance. Wir versprachen, falls der Lifttest nicht gut geht, unser Zimmer (immerhin nur in der 3. Etage) gegen ihr‘s zu tauschen.
Christine magst du vom Liftfahren erzählen...
Unser Zimmer war sehr luxuriös ausgestattet und wir genossen erst mal den Komfort. Vom Balkon Ausblick auf den leeren Pool und halbfertige Baustellen und ein bisschen normales türkisches Leben am Stadtrand.
Zum Glück hatten wir uns ein wenig ausruhen können, denn unten im Restaurant zwecks Abendessen, ging der Stress gleich wieder richtig los.
Als wir im Restaurant ankamen, war die Ka... schon voll am Dampfen. Ebenso Christine kurz vorm Explodieren.
Bitte bitte erzählen...
Armbänder befanden sich an der Tasche statt am Arm. Gott sei dank hatten wir sie überhaupt noch, wir dachten nämlich, die galten nur im Orange County... Ahmed* erschien auch kurz am Tisch, als er wohl das Gefühl hatte, eingreifen zu müssen. Er erklärte uns mit strengem Blick, dass wir die Armbänder
am Handgelenk zu tragen hätten. Tatsache war, dass er im Hotel die Info, dass wir HP gebucht hatten, nicht weiter gegeben hatte (und dies auch für den Rest des Aufenthaltes im Timo-Hotel nicht tat, denn wir mussten uns immer wieder mit den Kellnern streiten, um essen zu dürfen, einmal musste sogar der Chef-Animateur übersetzen, aber mir war da der Appetit bereits vergangen).
Da wir inzwischen aus Deutschland dank weiterer Recherchen meines Freundes im Internet die Auskunft
hatten, dass es „unfolgsamen Gästen“ wie uns durchaus schon passiert ist, dass Rückfluginfos nicht weitergeleitet wurden, so dass sie schlussendlich den Flug verpassten und aus eigener Initiative und Tasche bewerkstelligen mussten, überlegten wir natürlich, wie wir ohne Schaden die Geschichte beenden
können.
Annie beschloss, noch einmal zu schlichten (leider unter vier Augen). Sie begab sich an Ahmeds* Tisch, relativ weit von unserem entfernt. Versuchte noch einmal unseren Standpunkt zu erklären. All das interessierte
ihn aber nicht wirklich. Auch nicht, dass ihre Freundin (ich) starke Zahnschmerzen hat und zu einem Arzt müsste. Alles was er wollte war, Annie näher zu kommen. Hat sie geduzt (...ich darf doch Annie sagen?...) Hat ihr erklärt, er sei fasziniert von ihr, da sie von weitem wie ein Mädchen wirke und doch so alt sei wie er. „Ich will dich“... Annie versuchte ohne Aufsehen und ruhig ihm zu erklären, dass sie glücklich verheiratet ist, ihre Familie zuhause auf sie wartet. Dies interessierte ihn nicht. Er sagte, es muss ja keiner erfahren wenn sie bei ihm im Zimmer war und sehen sich ja eh nicht wieder. Er selbst sei seit fünf Monaten geschieden. Auf Annies hartnäckige Ablehnung hin, bat er sie, sich doch zumindest später mit ihm zu einem Getränk in der Lobby zu treffen. „Ich werde dort auf dich warten“.
Annie sah, dass ihre Einlassungsversuche nicht nur vergelblich waren, sondern voll „nach hinten los gegangen“ sind. Sie bezahlte nun sogar die € 50,- in der Hoffnung, die Quittung doch noch später zu erhalten. Im Augenblick wollte sie nur raus aus der Situation und kam sehr beklommen zu uns zurück.
Von da an trat der harte Kern nur noch geschlossen auf. Annie wurde nicht mehr aus den Augen gelassen,
Christine und Paul waren ab da ihre Bodyguards. Das wird auch auf immer unvergesslich sein, dieses gute Gefühl, nicht allein zu sein. Danke, ihr beiden.
Später dann in (jetzt erst recht) fröhlicher Runde haben wir viel diskutiert, aber zum Glück auch viel gelacht. Otto, wie wär‘s denn mit der „Rotwein-Bestellung auf englisch“?
Ahmed* saß tatsächlich einsam in der Lobby, sein nervöser Blick war immer wieder zu sehen. Er hat vergeblich gehofft. Annie war komplett geborgen in unserer Mitte.
In dieser Nacht habe ich so gut wie gar nicht geschlafen. Der Raki hatte nicht die gewünschte Wirkung auf meinen Zahn, zumindest nicht anhaltend. Hat mich im Gegenteil von Stunde zu Stunde unruhiger gemacht und alle möglichen Ängste waren plötzlich da, durch den Schmerz multipliziert. Es war zwei Tage vor Vollmond.
Am nächsten Morgen schien die Sonne und wir wollten nur noch faul am Strand liegen, ließen uns da auch nieder, es war angenehm. Der Wind etwas kühl, aber sehr entspannend. Bis auf den Zahn. Ich versuchte, mit meinem Freund per SMS einen Zahnarzttermin sofort bei Rückkehr zu machen, schalteteaus Versehen, oder Übermüdung, mein Handy aus und gab beim Wiedereinschalten die falsche Pin ein. Dann noch einmal... die Zahl war aus meinem Gehirn gelöscht. Mir blieb nichts als das Teil ausgeschaltet zu lassen und auf einen klareren Moment zu warten. Den Tag über schrieb ich immer wieder die Nummer
auf wenn sie mir einfiel und nach ein paar Stunden war dann wieder klar wie sie lautet. Aber die Erfahrung was Stress so anrichten kann war schon interessant. Den Termin hatten wir natürlich längst über Annies Handy gemacht... Am Strand lernten wir eine Dame in den 60ern kennen. Wie sich bald herausstellte, waren auch sie und ihr Mann „Aussätzige“ einer anderen Reisegruppe. Auch sie hat uns berichtet, wie sie ausgegrenzt und von Informationen abgeschirmt wurden. Aber sie hatte viel Humor. Alles in allem eine informative, aber auch total lustige Begegnung. Der Sonnenschein hielt leider nur ca. zwei Stunden und so machten wir uns per Bus auf nach Alanya und es wurde noch ein wunderschöner Tag.
Wieder das schöne und auch traurige Gefühl: So hätte es sein können, so stellten wir uns den Urlaub vor. Aber im Moment war es ja so!!! Und das genossen wir. Haben in der Nähe des Hafens lecker gespeist,
ausgiebig Shopping betrieben, uns den Hafen angeschaut und vor allem – darüber bin ich besonders
froh, denn es war ein Herzenswunsch von Annie – eine Moschee besichtigt.
Abends dann wieder der unausweichliche und sehr unerfreuliche Armbandstress. Ansonsten fröhliches
Beisammensein in der Lobby, es war ja der letzte Abend. Annie wieder abgeschirmt vor Ahmeds* Blicken in unserer Mitte, sie hat sich sogar einmal umgesetzt um ihn nicht mehr sehen zu müssen. Doch er hielt sich lange alleine und beobachtend im Hintergrund. Inzwischen hatten wir uns alle etwas näher kennen gelernt, doch das Gesprächsthema kehrte immer wieder unweigerlich zur Problematik zurück. Wie bekommen wir die Rückfluginfo und die Unterschrift auf dem Ticket. So beschlossen wir, dass
Jenny und Dammy, die am Samstag den letzten Ausflug mitmachen wollten, uns rechtzeitig vor Rückkehr
ins Hotel per SMS informieren würden, so dass wir Ahmed* abpassen könnten. Und zwar alle zusammen. Ansonsten versuchten die Animateure Stimmung zu machen. Sie waren so lächerlich (halbnackte
Männer als Baby mit Pampers, Haarschleifen und Riesenschnuller...) dass sie schon fast mein Herz rührten. Wer weiß unter welchen Umständen sie diesen Job machen, bestimmt hatte sie einmal ganz andere Berufswünsche...
Endlich war Samstag, der letzte Tag, Wetter bescheiden, wolkig, Regen. Nur noch gammeln und in Konakli bummeln, spazieren. Etwas einkaufen. Treffen Chrissi, Paul und die anderen. Natürlich. Wir gehören zusammen hier. Die Kommunikation mit Jenny hat nicht so ganz geklappt und als Annie und ich gegen Abend ins Hotel kamen, saßen da Ahmed* und eine blonde Dame aus der Gruppe in der Lobby. Wir informierten die anderen, alle erschienen und wir belagerten Ahmed*, der uns in ein nettes Gespräch
gebettet, anstandslos die Tickets unterschrieb und die Abflugs- bzw. Abfahrtszeiten (2.30 Uhr) aushändigte.
Ab diesem Moment war er für uns „gestorben“ er bekam keinen Blick mehr, kein Wort und schon gar kein Trinkgeld. Eigentlich ziemlich traurig, das Ganze.
Abreise klappte relativ reibungslos, mal davon abgesehen dass die versprochenen Lunchpakete nicht existierten, bzw. die die auffindbar waren, waren leergefressen. Doch wir bekamen einen Kaffee und das war das Wichtigste. Nur kam der Bus nicht. Ahmed* sollte per Telefon geweckt werden, hatte dieses aber wohl ausgeschaltet. Wir wollten heim, der Rezeptionist telefonierte. Wir warteten... Egal wie, irgendwann kam der Bus dann doch, holte die Zeit durch halsbrecherische Wettrennen mit anderen
Bussen wieder ein und wir kamen mehr als pünktlich da an. Wurden von Eva und Jürgen, die ja auch nach Stuttgart flogen, sogar noch zum Frühstück eingeladen. Soo lieb. Jürgen, ganz Gentleman, ließ es sich auch nicht nehmen, die ganze Zeit Annies schwere Tasche zu tragen (war ja die Wasserpfeife drin)...
und was war wohl in Stuttgart??? Sonnenschein
So, meine Fleißarbeit ist getan - Jetzt sei IHR dran (oder ist schon alles verdrängt?)
Andreae
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